Mag. Beatrix Mapalagama

Geboren 1964 in St.Pölten, Österreich;

Studium Malerei und Grafik an der Universität für angewandte Kunst;

Studium Tuschmalerei und Kalligrafie in Peking; Bildhauerei in Kairo.

Ausstellungen in Österreich, Japan, China und Indien.

„Vor etwa 10 Jahren ist der Umgang mit natürlichen Materialien beim Bau meiner Objekte zur Selbstverständlichkeit geworden. Die Herkunft der Materialien war einerseits tierisch wie bei Darmobjekten (Abb. 1) oder dem Knochenvorhang (Abb. 2.)”:

Abb. 1
Abb. 2

Ein textil anmutendes Objekt aus dem Unterschenkelknochen von Kamelen andererseits pflanzlich wie bei den Papierobjekten Abb. 3-5. Buch aus Flachs mit Leinenband; Buch aus Stroh; Buch aus Baumwolle:

Abb. 3
Abb. 4
Abb. 5

Die Arbeit mit diesen Stoffen erlaubt ein Transzendieren ins Material und oft ist die künstlerische Absicht primär, die in das Material projizierte bzw. schon innewohnende Form zu realisieren.

Die wuchernden - teils amorphen und minimalistischen Formen scheinen manchmal von einem Tier geschaffen worden zu sein. Inhaltlich ist mir die feingliedrige Vernetzung in den Abbildungen unten, der oft lange Prozeß vom Rohmaterial bis zum gewandelten Objekt und zunehmend auch der historische Bezug wichtig.

Vor einigen Jahren anläßlich einer Einladung zu einem Vortrag über meine Objekte bin ich beim Recherchieren auf Aspekte von Papier gestoßen, die mich seit dem beschäftigen. Eine Fülle von Experimenten, Querverbindungen und theoretischen Schriften bereichern mich und meine zwei- und dreidimensionalen Arbeiten immer von Neuem. Um diesem außerordentlich vielseitigen Material PAPIER eine Plattform auf gebührendem Niveau zu geben, habe ich die Werkstatt PapierWespe für PapiermacherInnen und PapierkünstlerInnen gegründet. Papier soll hier botanisch, historisch, ethnologisch, künstlerisch und handwerklich untersucht, er- und verarbeitet werden.

A materialized Mental Space

Diese Objekte vereinen meine Hingabe an Bücher, an die Gedanken eines Menschen, der versucht die Welt zu interpretieren, was wiederum meine Gedanken bereichert und Teil dessen Welt ich werden kann.

Auch die Betonung der Papierkante und das Formen eines Objektes aus flachen Teilen – eben Papieren – zu einem räumlichen Körper entspricht meinen Vorstellungen von einem aussagekräftigen Papierobjekt.

Für mich reizvoll ist hier die Kombination von Buch oder Papier, das in weiterer Folge auch handgemacht sein könnte, Buchbinden – also dem Nähen von Papier und Papierfalten.

Ein Buch für ihn

Mein Mann wird heuer 50 Jahre alt. Mindestens 20 Jahre lang hat er seine Unterlagen im Schrank nicht angerührt. Sie haben dort gewartet, könnten noch gebraucht werden, aber jetzt beginnt er sie durchzusehen, sie wegzuschmeißen. Das Archäologiestudium wird nicht mehr gebraucht werden, die Liebesbriefe werden keine Beziehung mehr vorantreiben. Jetzt gibt es Gewissheit, brauchbar ist nur die Gegenwart. Das ist wohl ein Teil des Alters, die Jahre die vor einem liegen als abschätzbaren Zeitraum und die einem offenstehenden Möglichkeiten nicht mehr als unendlich zu erkennen.

Ich nehme die handschriftlichen Papiere aus dem Papierkorb, löse die stark verrosteten Büroklammern und nehme die Papierstapel in die Werkstatt mit.
Ich werde neues Papier daraus schöpfen, vielleicht gemeinsam mit den Fasern eines alten Handtuchs. Die Buchstaben und Worte vom Skript werden zum Teil noch erkennbar sein. Später binde ich die einzelnen Blätter und schenke ihm das Buch für neue Einträge.

Düngen

Immer öfters entstehen in den Arbeitsräumen kleine Objekte, Proben, manchmal ist der Abfall brauchbarer als das gemeinte Werk. Diese Objekte werden zu Ensembles gehängt, sich aufeinander beziehend und wie in der Arbeit DÜNGEN bilden sie ein Dorf, eine Gemeinschaft. Schon früher konnte ich mit einem Objekt alleine kaum was anfangen. Es muss sich erst in Beziehung setzen zu anderen, meistens Objekten, die auch zeitlich in kurzem Abstand aufeinander entstehen oder sich sogar bedingen. So bildet sich eine Welt mit einer Vielzahl an Entstehungsgeschichten, motiviert durch den Versuch Papierobjekte ins Leben zu rufen, durch Einbetten von Draht, Schneiden eines Buchblocks, Verwendung von Rohflachs als Rohstoff. In der Erscheinung sind sie mehrlagig, faltig, verschroben, teils beweglich oder aufgefädelt.
Der Titel „Düngen“ versteht sich als Aufforderung an den Betrachter, meine Arbeit durch betrachten, reflektieren, reagieren zum Wachsen zu verhelfen, zu motivieren, zu düngen.

Skizzenbuch

Wunderkammer Ausstellungsbeitrag

Für weitere Informationen können Sie mich unter der Tel. +43 650 4300681 erreichen oder per E-Mail: office(at)papierwespe.at

Papierwespe
Werkstatt für
Buch- und
PapierkünstlerInnen
Beatrix Mapalagama

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office(at)papierwespe.at